Das Geschäft der Speicher-Mikrochips wimmelte früher von Wettbewerbern, wurde von einem einzelnen Produkt – DRAM – dominiert und von einer einzigen Hauptanwendung – dem PC – angetrieben. Mit dem Aufkommen der Post-PC-Ära jedoch, in der der PC nicht länger die Technologiemärkte antreibt, musste der Speichermarkt eine neue Stabilität finden. Angesichts des stärker diversifizierten Bedarfs an Produkten und in Endmärkten wird ein stabileres Wachstumsmuster für die Speicherbranche erwartet, womit die Boom- und Bust-Zyklen hinter sich gelassen werden, die die Branche in der Vergangenheit charakterisierten.
Laut der Marktforschungsfirma IHS Technology werden die weltweiten Speichermarkterträge 2019 schätzungsweise insgesamt 90 Milliarden US-Dollar erreichen, was einem Wachstum von dürftigen 1,7 Prozent – von 83 Milliarden US-Dollar im Jahr 2014 – entspricht. Die Veränderungen des Jahresertrags bewegen sich im Zeitraum 2014 bis 2019 in einem relativ engen Bereich und sinken von einem Wachstum von 6 Prozent in diesem Jahr auf voraussichtlich 3 Prozent im Jahr 2016.

Quelle: IHS Technology
Diese Aussicht zeigt eine erstaunliche Beständigkeit für einen Markt, der in der Vergangenheit häufig Aufschwünge im zweistelligen Bereich erlebt hat. Das Schicksal des DRAM-Geschäfts war eng mit dem PC-Geschäft verknüpft. Wechsel bei PC-Bedarf und Speicherbereitstellung führten zu starken Schwankungen bei Preis, Rentabilität und Markterträgen von DRAM.
Beispielsweise boomte der Speichermarkt im Jahr 2010, als die DRAM-Erträge um erstaunliche 77,5 Prozent stiegen. In jüngerer Vergangenheit, in den Jahren 2011 und 2012, hatte der Speichermarkt mit starken Rückgängen bei den DRAM-Erträgen zu kämpfen, als eine Verlangsamung der PC-Verkäufe die Nachfrage drückte.
2013 änderten sich die Marktbedingungen jedoch, als die Herstellungs- und Produktionskapazität von DRAM abnahm. Die Anzahl an DRAM-Anbietern war gesunken, was den extrem wettbewerbsorientierten Marktbedingungen, die zuvor zu einem Überangebot von Produkten führten, ein Ende setzte. Angesicht des Rückgangs der PC-Verkäufe in den letzten zwei Jahren hat sich die Nachfrage nach DRAM diversifiziert, wobei Smartphones und Tablets einen größeren Anteil der Verkäufe ausmachen.
IHS schätzte, dass ungefähr 65 Prozent des gesamten DRAM-Bit-Volumens 2003 in PCs eingesetzt wurden. Diese Zahl fiel jedoch 2013 auf 50 Prozent und sollte bis Ende 2014 auf 40 Prozent zurückgehen.
Mit dem Rückgang des PC-Markts fördert DRAM außerdem nicht länger das Wachstum des Gesamtspeicherertrags.
Zwar ist DRAM weiterhin das größte Einzelsegment auf dem Speichermarkt, jedoch wird erwartet, dass sich NAND-Flash-Speicher – der zur Datenspeicherung u. a. in Tablets und Smartphones eingesetzt wird – bis 2019 zum am schnellsten wachsenden Produkt entwickelt. Der NAND-Flash-Speicher-Ertrag wird zwischen 2014 und 2019 mit einer Wachstumsrate von 3,1 Prozent steigen, verglichen mit 1,2 Prozent für DRAM.
Abgesehen von NAND und DRAM sind die Wachstumsaussichten für andere Arten von Speicherprodukten entschieden stärker begrenzt. Es wird damit gerechnet, dass die Erträge für SRAM, NOR-Flash und andere Speicherarten zwischen 2014 und 2019 zurückgehen, da Flash und DRAM die Verkäufe dieser Geräte schmälern.
